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Wie finde ich Leckagen im Druckluftnetz und warum sollte ich diese beheben?

16. Mai 2019 | Druckluft, Betriebsoptimierung | Matthias Bendig

Druck­luft kommt in vie­len Bere­ichen in Gewerbe und Indus­trie zum Ein­satz: Viele Maschi­nen nutzen Druck­luft. Druck­luftwerkzeuge sind gün­stig und lan­glebig, doch lei­der ist die Druck­lufterzeu­gung energiein­ten­siv und dadurch sehr teuer. In einem Druck­luft­netz, welch­es nicht regelmäs­sig auf Leck­a­gen unter­sucht wird, gehen regelmäs­sig mehr als 40% der Druck­luft ver­loren. Diese Kosten kön­nen Sie vermeiden!

Wann haben Sie das letzte Mal nach Lecks gesucht?

Druck­luft­net­ze bei denen nicht regelmäs­sig nach Lecks gesucht und diese beseit­igt wer­den, haben typ­is­cher­weise einen Ver­lust von 25% bis 60%. Doch wie stellen Sie das fest? Hin­weise auf Druck­luftver­lust sind:

  1. Wenn der Kom­pres­sor am Abend abgeschal­tet wird und am Mor­gen das Netz keinen Druck mehr hat.
  2. Wenn der Kom­pres­sor abends eingeschal­tet bleibt und am Mor­gen eine Betrieb­sstunde mehr auf dem Zäh­ler ste­ht. Ein Kom­pres­sor sollte ausser­halb der Betrieb­szeit­en immer abgeschal­tet sein, einzige Aus­nahme: wenn Pro­duk­tion­s­maschi­nen dauer­haft Druck benötigen.
  3. Wenn der Kom­pres­sor anspringt, obwohl ger­ade gar keine Druck­luft bezo­gen wird.
  4. Wenn am Mon­tag­mor­gen der Betrieb­sstun­den­zäh­ler am Kom­pres­sor mehr Stun­den anzeigt als am Freitagabend.
  5. Falls man es irgend­wo zis­chen hört, beste­hen bere­its erhe­blich Leckagen.

Wie spürt man die Leckagen auf?

Als erstes kön­nen Sie den „Feier­abendtest“ durch­führen: Durch das Auss­chal­ten aller Geräuschquellen, kön­nen Sie viel leichter wahrnehmen, wo es Leck­a­gen gibt. Allerd­ings funk­tion­iert das nur bei einem Zis­chen im hör­baren Bereich.

Viele Leck­a­gen sind aber nicht mit dem men­schlichen Ohr auf­spür­bar. Hier­für gibt es Ultra­schall-Mess­geräte welche zur Leck­o­r­tung entwick­elt wur­den. Solche Geräte kön­nen für unter 1‘000 CHF gekauft, oder bei den Kom­pres­sor-Liefer­an­ten für einen kleinen Betrag gemietet oder geliehen wer­den. Laufen Sie mit dem Gerät die Leitun­gen sys­tem­a­tisch ab. Die meis­ten Prob­leme wer­den sie auf den let­zten Metern bei den End­ver­brauch­ern find­en. Typ­is­che Schwach­punk­te sind:

  • (Schnell-)Kupplungen
  • Schraub und Steckverbindungen
  • Leitungs-Mate­ri­alübergänge
  • Gehan­fte Rohrverbindun­gen (ab einem gewis­sen Alter)
  • Beschädigte Dich­tungsringe

Wenn Sie Leck­a­gen aufge­spürt haben, dann soll­ten diese repari­ert wer­den. Vorschläge zur prak­tis­chen Durch­führung find­en sie hier.

Um die Leck­bil­dung zu überwachen ist es sin­nvoll eine ver­ant­wortliche Per­son zu bes­tim­men, welche regelmäs­sig undichte Stellen sucht und beseit­igt. Dies kann vom Ler­nen­den bis zum Werk­stat­tleit­er jed­er sein.

Welchen Mehrwert bringt das Aufspüren von Leckagen?

Selb­st in Betrieben mit kleinen Kom­pres­soren und spo­radis­chem Bedarf kön­nen die Stromkosten für die Druck­lufterzeu­gung schnell mehrere Hun­dert Franken betra­gen. Bei grösseren Kom­pres­soren und höherem Bedarf fall­en auch schon mehrere Tausend Franken an Stromkosten an. Die durch Leck­a­gen ver­lorene Druck­luft über­set­zt sich direkt in Franken, wenn sie die Luftver­luste von 40% auf 10% senken sparen sie 30% der Energie ein.

Zudem läuft der Kom­pres­sor weniger Betrieb­sstun­den und hat dadurch eine län­gere Lebens­dauer. Es kann auch ein klein­er dimen­sion­iert­er Kom­pres­sor gekauft wer­den, was die Investi­tion­skosten senkt.

Wie Sie das Druck­niveau in Ihrem Sys­tem senken kön­nen, erfahren Sie in diesem Beitrag (im Blog). Weit­ere Infor­ma­tio­nen zum Vorge­hen und noch mehr Tipps zum Senken der Druck­luftkosten find­en Sie unter https://www.energieschweiz.ch/page/de-ch/druckluftanlage-optimieren.

Autor

Matthias Bendig
Inge­nieur für Energieef­fizienz
Geschäftsstelle PEIK
peik.ch

Quellen

Bilder: shutterstock.com

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